11.01.2011
Mimo






Ahoi,

Ihr Rebläuse und Weinbergschnecken,
ich bin's, der Mimo!

 




Erinnert Ihr Euch noch an mich?
Dreimal war ich bei Euch zu Gast,
und als ich Anfang des Jahres zum dritten Mal
vor der Tür stand, habt Ihr die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen:

"Der Mimo schon wieder,
das kann doch nicht wahr sein!
Jetzt ist er schon zwölf, und dann noch ein Pitbull,
wer nimmt denn den …"





Tja, die Auenland-Piraten brauchten einen neuen Steuermann, und als ihr Schiff, die "Blue Pearl", bei Euch angelegt hat, haben sie mich kurzerhand schanghait.

Nun bin ich also unter die Piraten gegangen und wohne jetzt im hohen Norden,
genauer gesagt, im Holsteiner Auenland.



Unsere Mannschaft besteht aus Matrose Gina,
Käpt'n Hanni, Smutje Candamir und meiner Wenigkeit.

Wenn wir nicht gerade auf Kaperfahrt sind,
wohnen wir in einem Haus mit vielen gemütlichen Schlafplätzen.

Manchmal stechen wir in See und besuchen unsere Freunde, die Elbdeich-Rocker, oder wir treffen uns mit unseren Gassi-Kumpels hier in der Nähe.



Gemeinsam haben wir dann viel Spaß,
manchmal auch mit ganz fremden Hunden,
die wir zufällig treffen.

In unserem Haus wohnen auch noch die Raubritter-Kater Rio und Rodrigo - mit denen hatte ich anfangs so meine Probleme. Ich war doch so furchtbar aufgeregt,
und in meinem Alter
stellt Hund sich auch nicht mehr so leicht um …


Aber Papa und Mama hatten Geduld,
Verständnis und ein paar gute Ideen,
und jetzt verstehen wir uns prima!

Hier muß ich nie allein bleiben, höchstens mal im Auto warten, aber auch dann ist fast immer mindestens einer der anderen Piraten dabei.

Ab und zu schleppt Mama mich zum Tierarzt oder der Tierärztin, die piekst mir manchmal Nadeln ins Fell,
das ist aber nicht so schlimm.
Meistens brauche ich auch keine.




Ich krieg´ immer Kräuterkram und Muschelpulver
und fragt nicht, was noch alles, in mein Fressen,
und es geht mir gut. Neulich hat Mama sich was Neues ausgedacht:

Sie hat mich mitgenommen, als sie mit Hanni zu einer Frau gefahren ist, die einen komischen Beruf hat: Füßetherapeutin oder so ähnlich.





Mit meinen Füßen hat die aber gar nichts gemacht,
sie hat mich überall angefasst
und an mir rumgefummelt,
und dann hat sie mich gefragt,
ob ich mitkommen mag in einen anderen Raum.




Da war so eine Rampe, fast wie die, über die ich immer
in die "Blue Pearl" einsteige, nur breiter.

Ich bin gleich mal hochgegangen, und - schwupp -
wurde die "Rampe" hochgeklappt,
und ich stand in so einer Art Kiste mit Glaswänden.

Dann fing's an zu gurgeln, und Wasser lief in die "Kiste".





Gegen Wasser habe ich ja nichts einzuwenden,
aber als es mir fast bis zum Rutenansatz reichte,
fing plötzlich der Boden, auf dem ich stand,
an sich zu bewegen.





Ich kann Euch sagen, da habe ich fast die Panik gekriegt! Aber Mama hat auf mich eingequatscht und mir Leckerchen in die Schnute geschoben,
und die nette Therapeutin hat mich unterm Bauch gestützt, und dann hab ich's ganz schnell begriffen:

Man muß da drin laufen.




Irgendwie macht das ja überhaupt keinen Sinn,
wenn man die ganze Zeit läuft und keinen Schritt vorwärts kommt, aber ich hab dafür jede Menge Leckerchen abgegriffen, und angeblich soll das ja knackige Schenkelchen machen.



Leute, da staunt Ihr - der Mimo in der Muckibude!
Sportlich bin ich sowieso, das wißt Ihr ja schon.

Im Sommer war ich oft schwimmen, aber immer nur mit Schwimmweste und Sicherheitsleine.

Mama hat nämlich ständig Angst, daß ich mich übernehmen und absaufen könnte,
die stellt sich ein bißchen an.





Jetzt ist es zu kalt zum Schwimmen,
dafür liegt hier ganz viel Schnee,
und den finde ich auch toll.

Mit meinem Wintermantel kann mir nicht kalt werden; ich schmeiß mich damit in den Schnee,
bis ich aussehe wie paniert.




Ich hätte ja noch viel mehr zu erzählen,
aber so viel Platz habt Ihr gar nicht auf Eurer Homepage. Außerdem muß ich mich darum kümmern
dass die Raubritter ihre nächste Mahlzeit bekommen
und Mama so langsam mal mit Schneeschippen anfängt, sonst gibt es so spät Abendessen,
und dann werde ich nervös.






Bei Euch möchte ich mich ganz herzlich
dafür bedanken, daß Ihr immer wieder für mich da wart, mich betreut und mir bei der Suche nach meiner Familie geholfen habt.

Aber wenn Ihr auch noch so nett seid -
nochmal komme ich nicht zu Euch,
allerhöchstens zu Besuch.

Papa und Mama würden mich
auch gar nicht gehen lassen.


Papa hat vor ein paar Tagen gesagt,
ich sei ein Traumhund, jawohl!

Und Mama hat gesagt, ich hätte die Meßlatte noch ein Stück höher gelegt. Ich habe zwar nicht wirklich verstanden,
was sie damit gemeint hat, aber ganz sicher war es ein Lob.

Hanni braucht mich zum Kuscheln, Gina zum Toben,
und Candamir braucht einen Kumpel, der ihn versteht.

Und die Raubritter brauchen mich, weil ich immer dafür sorge, daß Mama ihre Mahlzeiten nicht vergißt.





Es grüßt Euch sehr herzlich

Euer Mimo
mitsamt seiner ganzen Familie
.
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