Deutscher Tierschutzbund

Weihnachtsmarkt kein Vergnügen für Ponys

19.12.2014

Der Landesverband Rheinland-Pfalz des Deutschen Tierschutzbundes spricht sich gegen Ponyreitbahnen aus, die auch auf Weihnachtsmärkten Eltern und Kindern eine besinnliche Idylle vorgaukeln. Die Tiere müssen hier unter artwidrigen Umständen ihr Dasein fristen, die dem  Tierschutzgesetz zuwiderlaufen.  
 „Tiere sind nach dem Tierschutzgesetz zu schützen, ihr Wohlbefinden ist zu sichern“, erklärt Andreas Lindig, Vorsitzender des Landesverbandes. Mitgeschöpfe sind verhaltens- und artgerecht unterzubringen, artgemäße Bewegung darf nicht eingeschränkt werden.

Für so genannte Karussellpferde (Ponyreiten) gelten besondere Bestimmungen –  so müssen sie nach höchstens vier Stunden unter dem Sattel abgesattelt und abgetrenst Futter und Wasser aufnehmen können und mindestens eine Stunde Pause haben. Für regelmäßigen Handwechsel ist zu sorgen, außerdem ist neben der eigentlichen „Arbeit“ Zeit einzuräumen zur Beschäftigung mit Menschen und Artgenossen, die Tiere sollen mindestens zwei Stunden täglich außerhalb ihrer Unterkunft verbringen – wenn man einen engen, dunklen Zirkuswagen überhaupt Unterkunft nennen kann, in dem die Tiere nachts und auch tagsüber in vielen Unternehmen während der Pausen ihr Dasein fristen.


"Doch die Realität sieht anders aus“, so Lindig. Die Tiere sind in all dem Rummel nicht zu ihrem Vergnügen hier, sondern müssen hart arbeiten. Wer sie aufmerksam beobachtet, kann sehen, dass sie das nicht gerne machen und wie unglücklich sie sind. Sie laufen oftmals den ganzen Tag mit einem Metallgebiss im Mund im Kreis, wenn sie müde werden, dürfen sie nicht anhalten und werden immer wieder angetrieben. Ihren Kopf können sie nicht frei bewegen, weil die Zügel eng am Sattel festgebunden sind. Das Metallgebiss liegt unangenehm in ihrem empfindlichen Mund, um ihnen den „rechten Weg“ zu weisen, wird heftig daran gezerrt.
„Sicherlich macht es Kindern Spaß, auf einem Pony zu reiten, aber den Ponys macht es keinen Spaß, den ganzen Tag immer wieder neue Kinder auf dem Rücken zu tragen“, so Lindig. Pferde sind Fluchttiere und in der Regel schreckhaft, deshalb ergeht der Appell an alle Eltern, den Kindern zu erklären, worum es hier geht. Es gibt genügend Karussells, wo keine Tiere leiden müssen. Ponyreiten ja – aber nicht auf einem Weihnachtsmarkt, sondern in gut geführten Reiterhöfen, wo die Tiere auch genug Zeit frei auf einer Koppel verbringen können. 


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