Deutscher Tierschutzbund

Jetzt ist es schon über ein halbes Jahr her, dass wir in unser neues Zuhause eingezogen sind, und nun ist es an der Zeit, dass wir unseren Bericht abliefern, wie es uns so geht. 

Im April bekamen wir, Schiller und Lucie, im Tierheim Besuch von einer Frau, die sich, nachdem ihre Katze im Herbst zuvor mit fast zwanzig Jahren über die Regenbogenbrücke gegangen war, mal umsehen wollte, ob es da nicht zwei Katzen gibt, die sie gerne adoptieren wollen. Ihr Haus sei so leer, hat sie gesagt, und habe ohne Katzen gar keine Seele. Da sie nicht unbedingt junge Katzen haben wollte, wurden wir ihr vorgestellt - wir sind mit zwölf bzw. dreizehn Jahren im besten Alter!

Die Frau hat sich gleich mit uns angefreundet, ist dann aber wieder gegangen, ohne uns mitzunehmen. Wir waren ziemlich traurig, aber dann ist sie ein paar Tage später noch einmal mit ihrem Mann zu uns gekommen, der auch der Meinung war, dass wir bei den beiden einziehen dürfen. Sie sagten allerdings etwas von “Wir müssen zuhause noch was für die Katzen vorbereiten” und sind wieder ohne uns weggegangen. Zum Glück sind sie aber kurze Zeit später wiedergekommen und haben uns eingepackt und ins Auto verfrachtet.

In unserem neuen Zuhause durften wir zwar gleich die ganze Wohnung erkunden, allerdings sind wir zuerst einmal unter dem Bett verschwunden, um zu gucken, wie staubig es dort ist. Nach einer Weile sind wir dann aber doch zum Vorschein gekommen und haben uns umgesehen. Wir haben auch etwas gefressen und noch geschaut, wo unsere Toiletten aufgestellt sind. Die erste Nacht haben wir auf einem Absatz an der Treppe zum Dachboden verbracht, weil uns das neue Haus doch etwas unheimlich war. Dort lag sogar ein Kissen für uns, so dass es ganz gemütlich war. Um 2:30 Uhr haben wir dann beschlossen, unsere Menschen mit einem Maunz-Konzert zu erfreuen. Das ist uns auch gelungen, denn sie haben ganz verschlafen unsere Namen gerufen.

In den folgenden Nächten haben wir uns mit dem Maunzen zurückgehalten. Ich, Schiller, fand den Schlafplatz auf dem Treppenabsatz so gemütlich, dass ich in den ersten Wochen immer dort geschlafen habe. Nach und nach habe ich mir aber auf verschiedenen Sesseln und Stühlen meine Schlafplätze eingerichtet. Ich, Lucie, schlafe besonders gerne in der Hängematte des Kratzbaums im Wohnzimmer oder auf dem Bett meiner Menschen.

In der Eingewöhnungsphase waren wir meistens ganz brav. Wir sind auch eigentlich gar nicht unsauber, wie behauptet wurde, nur manchmal, wenn das Katzenklo unserer Meinung nach nicht sauber genug ist oder wir zu lange auf unser Essen warten müssen, dann machen wir (auch jetzt noch) einfach neben unsere Toilette, um unserer Unzufriedenheit Ausdruck zu verleihen.

Nach zwei Wochen im neuen Zuhause haben wir unseren Menschen einen Schrecken eingejagt: mir, Lucie, ging es gar nicht gut, und meine Nieren funktionierten nicht mehr richtig. Und ich, Schiller, hatte mir eine dicke Augenentzündung eingefangen. Aber mit Hilfe der netten Tierärztin Frau Dr. Kromm haben wir das wieder in den Griff bekommen, und jetzt geht es uns beiden richtig gut.

Wir haben nicht nur ein Haus, in dem wir herumlaufen dürfen, sondern es gibt auch noch Nebengebäude, die wir nach und nach erkunden. Und ein Innenhof ist ebenfalls vorhanden. Im Sommer haben wir gerne auf den Gartenstühlen dort geschlafen oder mit unseren Menschen Fangen gespielt. Jetzt ist es uns draußen aber viel zu kalt, und wir machen nur kurze Ausflüge auf den Hof. Viel lieber liegen wir im Wohnzimmer im Sessel oder auf der Couch, in unserer Hängematte vor der Heizung oder auf der Wolldecke auf dem Bett im Schlafzimmer.

Wir sind sehr zufrieden mit unserem neuen Zuhause und den beiden Menschen, die uns adoptiert haben. Und unsere Menschen sagen, dass sie mit uns beiden Oldies auch sehr zufrieden sind.

Viele Grüße, ganz besonders an das Tierheim-Team, das für unsere Versorgung zuständig war, von Lucie und Schiller

 

 

Kontakt

Tierschutzverein Worms
Stadt und Land e.V.

Ludwigslust 2 / 67547 Worms
Tel. 06241 230 66 / Fax 06241 200 15 71
tierheim.worms(at)gmx.de

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