Deutscher Tierschutzbund

Nessie – was lange währt, wird endlich gut… 

Wenn man im Internet nach „Nessie“ recherchiert, stößt man erst einmal auf abschätzige Begriffe wie Monster oder Ungeheuer, aber man findet auch das wundervolle Wort Fabelwesen und das trifft es in diesem Fall wohl am besten, denn sie ist ein ganz fabelhaftes Wesen, dessen Vertrauen man ganz langsam gewinnen muss.

Aber der Reihe nach…  

An Silvester 2015/16 habe ich beschlossen, dass sich künftig etwas ändern muss in meinem Leben. Ich war schon seit einiger Zeit auf Job- und Wohnungssuche, aber nichts tat sich. Am 31.12. sagte ich zu meinen Freundinnen als wir über unsere Pläne für das nächste Jahr sprachen: „2016 will ich 1. einen neuen Job, 2. eine neue Wohnung und 3. einen neuen Mann“. Gut, letzteres ist für diese Geschichte jetzt nebensächlich, aber tatsächlich unterschrieb ich am 26. Februar einen neuen Arbeitsvertrag und ein paar Monate später fand ich per Zufall eine wundervolle Wohnung mit Terrasse und kleinem Garten ganz in der Nähe meines neuen Arbeitsplatzes in Langen. Durch diese Veränderungen rückte mein stetiger Traum, einen eigenen Hund zu haben, ein riesiges Stück näher. Das war letztes Jahr im alten Job schlicht unmöglich.  

Also begab ich mich auf die Suche nach einem Begleiter, der zu mir passen könnte. Über die Seite „Beagle in Not“ bin ich unter anderem auf Nessie gestoßen und machte mich am 11. Juni mit meiner Schwester auf den Weg nach Worms um mich dort vorzustellen und Nessie kennen zu lernen.
Es berührte mich, dass sie schon vier Jahre im Tierheim auf einen Zweibeiner wartete und auch ihre Vorgeschichte hielt mich nicht davon ab, ihr eine Chance zu geben. In Worms gingen wir eine Runde mit ihr spazieren oder - sagen wir besser - sie mit uns, erweckte dabei aber eher den Eindruck, als könne sie keiner Fliege etwas zu leide tun. Ich machte den Vorschlag, dass wir uns viel Zeit nehmen und ich erst einmal regelmäßig am Wochenende kommen würde, sodass wir uns ganz langsam kennen lernen können. Vor meinem Umzug in die neue Wohnung hätte ich sie ohnehin nicht übernehmen können. Uwe, der Tierpfleger, erschien mir etwas skeptisch, aber vermutlich hatte er solche Vorschläge schon häufiger gehört.
Aber frei nach dem Motto „geht nicht – gibt’s nicht“ fuhr ich jedes Wochenende nach Worms und ging viel mit Nessie spazieren. Bereits ein paar Wochen später traf ich mich mit Sandra, der Hundetrainerin, und ließ mir viele gute Tipps geben und Übungen zeigen, die wir daraufhin regelmäßig in unsere Spaziergänge einbanden.
....und auch wenn wir uns nur samstags und sonntags sahen, konnte ich schnell Fortschritte beobachten und Nessie und ich bauten ganz langsam eine Beziehung zueinander auf. Mit der Zeit freute sie sich immer mehr, wenn ich sie zum Gassi gehen abholte.  

Nach meinem Umzug in die neue Wohnung im September folgten dann drei Probetage,  vor denen ich großen Respekt hatte, mich aber auch tierisch darauf freute.
Der erste Tag verlief relativ gut, aber Nessie war schrecklich aufgeregt und konnte sich nicht allzu gut entspannen. Sie hat ihr potentielles neues Zuhause sehr genau unter die Lupe genommen und sich alles ganz genau angeschaut. Man muss sich ja schließlich auch angucken, wo man da hinkommen könnte.
Am zweiten Tag war sie schon viiiieeel entspannter und konnte auch mal die Augen zumachen und etwas schlafen. Sie schien sich wirklich wohl zu fühlen. Das Tierheim konnte kaum glauben, dass es einfach so gar keine Probleme gab. Nach diesen beiden Tagen (oder eigentlich auch schon vorher…) stand für mich fest, dass wir es gemeinsam probieren werden und sie am 24.09. fest zu mir kommen soll.
Ein neuer Termin mit Sandra war auch bereits vereinbart, dass Nessie gar nicht erst auf die Idee kommt, mir zu Hause auf der Nase herum zu tanzen. 
Eine Woche vor dem geplanten Einzug – zur Feier des Tages der Vertragsunterzeichnung – zeigte sie mir das erste Mal ihre Zähne und schnappte nach mir, nachdem sie im Garten etwas Essbares fand und ich ihr in dem Moment zu nah kam. Danach hatte sie offenbar ein klitzekleines schlechtes Gewissen, denn sie kam pausenlos zum schmusen zu mir. Das alles trübte aber meine Stimmung nicht, ich war nach wie vor überzeugt, dass wir das zusammen hinbekommen und wie sagte Christiane vom Tierheim so schön zu diesem Moment: „man wächst ja mit seinen Aufgaben“.  
....und die Aufgaben kamen…
Am Samstag drauf holte ich sie ab und die erste Woche mit ihr verlief fabelhaft. Sie fühlte sich wohl und suchte sehr viel Nähe, aber in der zweiten Woche ging es los. Morgens aufstehen? Fehlanzeige! Knurren, Schnappen, Beißvorfall, das volle Programm… und ich habe Rotz und Wasser geheult. Die Tage waren zäh und ich wusste nicht, wie ich das hinbekommen sollte. Aber bereits nach ein paar Tagen haben sich glücklicherweise die Wogen geglättet, es kehrte wieder Ruhe ein und ich war froh, dass ich nicht gleich das Handtuch geschmissen habe. Natürlich gab es immer mal wieder schwierige Situationen und die wird es auch zukünftig noch geben, aber wir sind ein super Team und üben, was das Zeug hält…
Ich bin wahnsinnig stolz darauf, was sie schon alles gelernt hat. Vor allem draußen hört sie richtig toll und mit den meisten anderen Hunden versteht sie sich gut und tobt mit ihnen über die Wiesen.

Sie macht mir sehr viel Freude und es ist zu goldig, wenn ich sie rufe oder nach ihr pfeife und sie angeflitzt kommt.  
Wir haben noch viel Arbeit vor uns, aber sie weiß, dass sie zu mir gehört und schenkt mir mit der Zeit hoffentlich so viel Vertrauen, dass sie nicht mehr knurrt oder nach mir schnappt…  

Liebe Grüsse Nena & Nessie

 

Kontakt

Tierschutzverein Worms
Stadt und Land e.V.

Ludwigslust 2 / 67547 Worms
Tel. 06241 230 66 / Fax 06241 200 15 71
tierheim.worms(at)gmx.de

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