Deutscher Tierschutzbund

Lotte kam Ende Oktober 2016 zu uns.
Wir kannten sie bis dahin von vielen Besuchen im Tierheim. Bei unserem ersten Treffen war Lotte so panisch, dass sie vor Angst die Zwingerwände hochsprang und unter sich ließ. Stück für Stück haben wir uns ihr dann in ihrem Zwinger genähert, haben stundenlang mit ihr gesprochen und sie auch anfassen dürfen. Aber jede Bewegung unsererseits machte ihr Angst.

Als Lotte bei uns einzog, haben wir sie das erste Mal stehend gesehen, vorher hatte sie sich nur in eine Ecke des Zwingers gedrückt. An Gassigehen war die ersten Wochen nicht zu denken. Zuerst musste Lotte Schritt für Schritt an das Tragen des Sicherheitsgeschirrs gewöhnt werden. Ihr "Geschäft" hat sie von Anfang an recht zuverlässig auf ausgelegten Zeitungen erledigt, von daher war die Stubenunreinheit für uns kein größeres Problem.
Ein tatsächlich größeres Problem war allerdings die Tatsache, dass sie nachts unser Mobiliar zerlegt hat. Aber mit doppelseitigem Klebeband auf den Möbelecken und einem in Hasendraht verkleideten Sofa, dazu jeder Menge Schweineohren und Knochen haben wir auch dieses Problem in den Griff bekommen.

In den ersten drei Wochen hatte Lotte auch nachts ihr Rudel vermisst und lauthals geheult. Also bin ich mit der Klappmatratze vors Wohnzimmer, ihrem Wohnort, gezogen und habe nachts immer beruhigend mit ihr durch die Tür gesprochen. Dadurch hat sie verstanden, dass sie nicht alleine ist und dass selbst wenn das der Fall ist, immer wieder alle zurückkommen.
Alleinebleiben ist für Lotte kein Problem.

Nachdem Lotte sich das Geschirr anziehen ließ, konnte sie dann auch vorsichtig den Garten erkunden. Von dort ging es dann nach ca. 6 Wochen auch das erste Mal "Gassi". Zwei Personen, eine mit Schleppleine, die andere mit kurzer Leine waren nötig, um mit Lotte mal drei Meter auf die Straße zu gehen, was sie natürlich mit panischem Rückzug quittierte. Aber beim dritten Versuch hat es dann geklappt, wir sind einfach mit ihr losgelaufen und seitdem ist Lotte beim Gassigang der glücklichste Hund, wedelt, spielt inzwischen mit uns und erkundet die Welt.
Auch Autofahren hat sie problemlos gelernt. Klar, beim ersten Mal muss man solch einem Angsthund immer erstmal zeigen, dass alles ok ist und mit entsprechendem Selbstbewußtsein vorweg gehen. Inzwischen kommt Lotte überall mit uns hin.

Auch die Mitarbeiter des Tierheims haben wir schon besucht. Größere Menschenansammlungen vermeiden wir natürlich immer noch. Aber auch das wird bald funktionieren. Denn der Hund vertraut uns komplett, was wir machen, wird schon in Ordnung sein. Und wenn sie dann Angst bekommt, dann versteckt sie sich eben hinter uns. Kein Problem!

Wir sind sehr glücklich mit Lotte.
Sie ist ein extrem dankbarer Hund, der lernen und gefallen möchte. Mit Leckerlies ist sie nicht zu beeindrucken, die mag und nimmt sie einfach nicht. Alles, was sie bisher gelernt hat, macht sie durch ausgiebiges Loben. Das liebt sie!

Wir möchten allen, die sich für einen dieser Hunde (siehe Biber und Rusty die aus dem gleichen Haushalt kommen) bzw. einem Angsthund interessieren, Mut machen.

Natürlich kann man es einfacher haben, aber gerade die Mühe am Anfang lohnt sich 1000fach, denn das sind wirklich tolle Hunde, trotz ihrer schlechten Erfahrung!
Und bei Unsicherheiten oder Fragen kann man sich auch gerne über das Tierheim an uns wenden.

Wir haben es geschafft mit Lotte, das wird auch bei den anderen Hunden sicher möglich sein!

Beste Grüße, Familie Rudolphi mit Lotte


.....und da ein Hund einer zu wenig ist ;-), bereichert jetzt auch Miss Sophie die Familie und zeigt Lotte, dass alles nur halb so schlimm ist.

 
 

Kontakt

Tierschutzverein Worms
Stadt und Land e.V.

Ludwigslust 2 / 67547 Worms
Tel. 06241 230 66 / Fax 06241 200 15 71
tierheim.worms(at)gmx.de

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