Coal

Schäferhund-Mix, männlich, *01.11.2025

Ich wurde vom Veterinäramt sichergestellt. Bis zu meinem Einzug ins Tierheim kannte ich von der großen weiten Welt eigentlich nur eine Wohnung. Alles, was für andere Hunde ganz selbstverständlich ist – Geräusche, Menschen, andere Tiere, neue Umgebungen und die vielen verschiedenen Umweltreize – war für mich völlig neu….und dann kam plötzlich alles auf einmal. 

Als ich hier im Tierheim endlich entdeckt habe, was es da draußen alles zu sehen und zu erleben gibt, sind die ganzen neuen Eindrücke manchmal einfach wie eine Bombe bei mir eingeschlagen. Dann bin ich noch etwas „drüber“ und weiß nicht immer so genau, wohin mit meiner Energie. Ich schieße dann schon mal übers Ziel hinaus – nicht, weil ich böse bin, sondern weil mir schlicht das Bremspedal und manchmal auch ein konkretes Ziel fehlen. Ich probiere mich aus und muss erst noch lernen, wie man sich als Hund in all diesen neuen Situationen richtig verhält. Dabei gebe ich mir wirklich große Mühe! 

Was mir jetzt vor allem fehlt, sind hundeerfahrene Menschen, die mir geduldig und konsequent zeigen, was ich bisher verpasst habe, und mir dabei helfen, all die neuen Eindrücke richtig einzuordnen. Der Besuch einer guten Hundeschule ist für mich deshalb ein absolutes Muss.

Aber ich bringe auch ganz viel mit: Typisch Schäferhund bin ich clever, lernwillig und möchte meinen Menschen gefallen. Ich mag Menschen sehr, lasse mich gerne beschmusen und bin grundsätzlich bereit, gemeinsam mit euch zu lernen. Den Rest bekommen wir bestimmt Schritt für Schritt zusammen hin.

Auch beim Kontakt mit anderen Hunden muss ich noch einiges lernen. Da bin ich momentan gerne mal die „Axt im Walde“.  Ich bin nicht grundsätzlich unverträglich – mir fehlt einfach die Erfahrung und die nötige Sozialkompetenz, weil ich vieles davon nie lernen durfte.

Vielleicht ginge auch eine souveräne, standfeste Hündin an meiner Seite, die mir etwas Sicherheit gibt, mich nicht so schnell aus der Ruhe bringen lässt und an der ich mich orientieren kann. Das müsste natürlich im Einzelfall getestet werden.

Kleine Kinder sollten definitiv nicht in meinem neuen Zuhause leben. Dafür bin ich einfach zu stürmisch und könnte sie im wahrsten Sinne des Wortes über den Haufen rennen. Teenager könnten hingegen durchaus zu mir passen.

Jetzt fehlt mir eigentlich nur noch jemand, der mir endlich die große weite Welt zeigt – und mir gleichzeitig geduldig das kleine und große 1x1 des Hundelebens beibringt.

Wer hat Lust, gemeinsam mit mir zu lernen, zu wachsen und all das nachzuholen, was ich bisher verpasst habe? 

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