Kiara

Mischling, weiblich, kastriert, *ca. April 2022

Ich bin Kiara und komme aus der Smeura in Rumänien – dem größten Tierheim der Welt. Dort warten rund 6.000 Hunde auf eine Zukunft. 6.000 Schicksale, 6.000 Hoffnungen - und dann haben die Pfleger ausgerechnet mich ausgesucht. Warum? Weil sie wussten, dass meine Chancen, als Hund mit Handicap ein eigenes Zuhause zu finden, eigentlich verschwindend gering sind. Wer entscheidet sich schon ganz bewusst für einen Hund, der auf den ersten Blick „anders“ aussieht? Sie wollten mir eine Chance geben. Und sie haben es bis heute nicht bereut. Denn ich bin ein absoluter Herzenshund – und ich möchte euch gleich mit einem großen Missverständnis aufräumen:

ACHTUNG: Ich bin NICHT blind! Ich kann sehen!

Ja, meine Augen sehen wirklich außergewöhnlich aus. Man fragt sich vermutlich, wie das überhaupt funktionieren kann. Aber es funktioniert! Ich wurde hier in Deutschland bei einem Augenspezialisten gründlich untersucht. Ich bekomme mittlerweile verschiedene Augentropfen und tatsächlich haben sich meine Augen schon etwas verändert. Sie sind heute nicht mehr so extrem weiß wie kurz nach meiner Ankunft, wo auch die Fotos entstanden sind. Es wird also langsam besser. Wie meine Augen letztendlich aussehen werden, kann momentan niemand sagen. Vielleicht werden sie niemals wieder „normal“ aussehen. Aber ganz ehrlich? Davon geht die Welt doch nicht unter! Ich bin nämlich viel mehr als meine Augen.

Über meine Vergangenheit weiß man leider überhaupt nichts. Niemand weiß, was ich erlebt habe oder warum mein Gesichtchen ein kleines bisschen schief ist.

Aber wisst ihr was? Ich bin eben einzigartig. Und zwar auf eine ganz besonders liebenswerte Art und Weise. Man muss mich einfach kennenlernen. Denn wenn man mich erst einmal kennengelernt hat, ist es eigentlich schon passiert: Ich wickele euch mit meinem Charme ganz schnell um den Finger. Ich bin ein unglaublich lieber, anhänglicher und superverschmuster Hund. Nähe zu meinen Menschen ist für mich das Größte. Ich liebe es, bei ihnen zu sein, gestreichelt zu werden und einfach dazuzugehören.

An der Leine laufe ich schon richtig gut. Und auch mit anderen Hunden komme ich grundsätzlich klar: Hier im Tierheim teile ich mir meinen Zwinger mit Olga und Adela - aaaber … ich gebe es zu: Ich bin eifersüchtig. Wenn ich meine Menschen liebe, dann möchte ich sie am liebsten ganz für mich haben. Da soll sich bitte niemand zwischen uns drängeln. Schließlich habe ich nach all den Jahren der Entbehrungen in der Smeura einiges nachzuholen! Deshalb wünsche ich mir mein Zuhause am liebsten als Einzelhund.

Ich möchte eure kleine Prinzessin auf der Erbse sein, ich möchte geliebt werden, ich möchte dazugehören, ich möchte endlich erleben, wie schön ein eigenes Zuhause sein kann.

Größere Kinder in meiner Familie wären für mich übrigens überhaupt kein Problem. Im Gegenteil: Je mehr Hände zum Streicheln da sind, desto besser! 

Und bitte – ich brauche kein Mitleid. Warum auch? Ich selbst fühle mich nicht als „behinderter Hund“. Ich möchte einfach als das behandelt werden, was ich bin: Als ganz normaler Hund, der geliebt werden möchte. Ja, meine Augen sehen gewöhnungsbedürftig aus, das kann ich nicht leugnen. Und ja, auf unseren Spaziergängen werdet ihr vermutlich immer wieder Menschen erklären müssen, was mit mir los ist. Aber mal ehrlich: Ist das wirklich wichtig? Für mich ist viel wichtiger, dass ich jemanden habe, der mich anschaut und nicht meine Augen sieht – sondern mich: Eine treue, liebe, verschmuste und ganz besondere Hündin, die nach allem, was hinter ihr liegt, endlich ankommen möchte. Ich habe so lange gewartet und jetzt möchte ich endlich wissen, wie es sich anfühlt, richtig geliebt zu werden. 

Meldet euch. Vielleicht seid genau ihr die Menschen, auf die ich mein ganzes Leben gewartet habe.

Ein Video von mir findet ihr hier und hier.

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